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Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch
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Physiologische Wirkung

Der Trinkalkohol (Ethanol), der in alkoholischen Getränken enthalten ist, geht sofort nach der Aufnahme ins Blut über. In kleineren Mengen wirkt er anregend, stimulierend entspannend, verdauungs-fördernd und harntreibend, in größeren Mengen berauschend und enthemmend. Dies macht sich in Gleichgewichtsstörung, Verschlechterung der Reaktionsfähigkeit und Verlust der Selbstkritik bemerkbar. Außerdem erhöht Alkohol den Puls und verstärkt die Magensäureproduktion, wobei der Hunger angeregt wird. Mit einem Blutalkoholgehalt von 0,8 ‰ (Promille) gilt man als fahruntüchtig und darf nach dem Gesetz nicht mehr Auto fahren.

0 – 0,4‰ Lebhaftigkeit Der Trinker wird gesprächiger und glaubt sich besser zu fühlen. Leicht gesenkte Reaktionsfähigkeit
0,4 – 0,7‰ Euphorie sinkende Selbsteinschätzung und geringere Hemmschwelle, gesenkte Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen und Kontrolle. Gesenkte Koordinationsfähigkeit und sensorische Wahrnehmung
0,7 – 1,2‰ Erregung Erregung: emotionale Instabilität, Verlust der Selbst der Urteilfähigkeit, eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit und Koordination. Erhöhte Reaktionszeit, unter Umständen Übelkeit und Müdigkeit
1,2 – 1,8‰ Verwirrung Orientierungslosigkeit, mentale Verwirrung und Schwindelgefühl, ausgeprägte Emotion, Furcht, Zorn oder Kummer, verringertes Schmerzempfinden, Gleichgewichtsstörungen und schlechte Aussprache
1,8 – 2,2‰ Stumpfheit Apathisch, generelle Unbeweglichkeit, beginnende Lähmung. Eingeschränktes gehen und stehen. Übergeben, Inkontinenz, Schwerfälligkeit, Schlaf, Koma
ab 2,8‰ Koma Koma und Lähmungserscheinungen. Verringerte oder nicht vorhandene Reflexe. Unterkühlung, eingeschränkte Durchblutung und Atmung. Möglicher Tod.
ab 3‰ Tod durch Atemstillstand

Abbau von Alkohol im Körper

Schon unmittelbar nach der Aufnahme wird 20% des Alkohols durch die Magenschleimhaut aufgesaugt, der restliche Alkohol wird danach im Dünndarm aufgesaugt. Der Alkohol wird hauptsächlich von der Leber abgebaut. Der Abbau ist unter anderen von der Nahrung (Fett verlangsamt den Abbau) und von der Person selbst (Alter, Geschlecht, Gewicht) abhängig.
Der Alkohol, der aufgenommen wird, und den die Leber nicht sofort verarbeiten kann, gelangt im Blut in den gesamten Organismus. Dabei verteilt er sich im Gewebe mit hohem Wassergehalt, zum Beispiel im Gehirn. Weil Ethanol gut fett- und wasserlöslich ist kann es, als kleines Molekül die, Blut-Hirn-Schranke passieren.
Der größte Teil der alkoholischen Inaktivierung ist der oxidative Abbau in der Leber, aber ungefähr 5 bis 10% werden renal, dass heißt über die Niere, abgebaut. Geringe Mengen werden auch über Haut und Lunge abgebaut.

Gefahren und Risiken für den Menschen

Da beim Alkoholkonsum eine hohe Menge an Energie zugeführt wird, verursacht Alkoholmissbrauch verschiedene Stoffwechselkrankheiten:
- Gicht (Hemmung der Harnsäureausscheidung und dadurch steigende Harnsäurekonzentration im Blut)
- Alkalose (Lähmung der Atmung, Hyperventilation und sinkende CO2 -Konzentration im Blut)

Andere Symptome bei höherer Alkoholaufnahme sind zum Beispiel:
- Haut (Rötung, Weißflecken)
- Herz und Blutgefäße (Herzmuskelschwäche, vermindert Infektionsabwehr, Gefäßerweiterungen, hoher Wärmeverlust)
- männliche Geschlechtorgane (Hodenschrumpfung durch verminderte Testosteronproduktion, zunehmende Feminisierung)
- weibliche Geschlechtorgane (Gefahr von Missbildung des Embryos)

Extremer Alkoholmissbrauch führt aber auch zu schwerwiegender Schädigung des Nervensystems und der Leber:
- geringe Konzentration, zunehmende Bewusstseinstrübung
- Leberzirrhose, Fettleber, Hepatitis

Alkoholabhängigkeit

Alkoholabhängigkeit ist eine vom Körper gesteuerte Sucht. Wenn diese Sucht nicht befriedigt wird, führt dies zu Entzugserscheinungen, die sich in zitternden Händen, Schweißausbrüche, Unruhe, Aggressionen und Halluzinationen äußern.
Es gibt z.B. die Alpha und Beta -Trinker, welche dem Konflikt- und Gelegenheitstrinker entsprechen, die nicht krank aber gefährdet sind. Sie können ihre Konflikte nicht lösen und greifen so zum Alkohol oder trinken durch Einfluss des Umfeldes. Dann gibt es noch die Gama, Delta und Epsilon -Trinker, welche man schon zum Alkoholismus zählen kann, denn diese entwickeln eine seelische und körperliche Abhängigkeit.

Alkohol als gesellschaftliches Problem

Alkohol steht als „legale“ Droge in unserer Gesellschaft an erster Stelle. Jeder Deutscher konsumiert jährlich durchschnittlich 152,8 Liter alkoholische Getränke, was etwa 10,5 Liter an reinen Alkohol entspricht. Für Alkohol und Tabak geben wir jedes Jahr etwa 42 Milliarden € für Alkohol aus und sorgten damit für 14 Milliarden € in der Staatskasse. Im Gegensatz dazu stehen der volkswirtschaftliche Schaden in Höhe von 87 Milliarden € davon 40 Milliarden € durch Tabakkonsum und 37 Milliarden € durch Alkoholkonsum. Untersuchungen zufolge sind inzwischen 13% der Bevölkerung alkoholabhängig oder akut bedroht.
Jedes Jahr sterben 42.000 Menschen im Zusammenhang mit Alkohol. Jede sechste Kündigung und rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle stehen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Während der Trend von Erwachsenen vom Bier zum Wein geht, stehen „Alcopops“ (Mixgetränk aus Spirituosen und Limonade) bei Jugendlichen an erster Stelle.